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Yami wo & Jiyuue

Cassis

yami (wo) alias Jasmin
NAMONAKI JIYUUE alias Mandy

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Snowwhite-Innocence

Kapitel 9

Aoi fragte sich warum und für wen er es eigentlich tat - aber er kam mit der Situation nicht zurecht, dass man die Menschen einfach wegschicken wollte, die ihm auf unerklärliche Weise wichtig geworden waren.
Egal, welche Fehler er gemacht hatte, so sah er diese auch ein und doch schien plötzlich alles umsonst.  Nicht nur allein dieses Gefühl, welches er in sich trug, brachte ihn dazu, abwartend vor der dunkelbraun gestrichenen Tür zu stehen, welche in das Büro von Megumi führte.
“Kommen Sie doch rein.”, ertönte es in Aoi’s Ohren, als sich die Tür vor seinen Augen öffnete und Megumi lächelnd vor ihm stand.
Aoi nickte und kam darauf ihrer Bitte entgegen. Er trug ein nervösen Blick im Gesicht, welchen Megumi nur mit  einem Lächeln betrachten konnte.
“Setzen Sie sich doch.”, sagte sie und beobachtete Aoi schweigend dabei, wie dieser sich auf einen der schwarzgepolsterten  Stühle, die vor dem Schreibtisch standen, niederließ. Sein Blick fiel sofort auf einen Stapel mit Formularen, unter welchen sich auch Bewerbungsunterlagen befanden.
“Sie suchen nach neuen Bewerbern?”, fragte der 28jährige leicht verblüfft und blickte schließlich in Megumi’s Richtung.
Diese konnte aber nur wieder lächeln und entblößte dabei ihre schneeweißen Zähne.
“Warum denn nicht? Schließlich gibt es genug Leute, die nach einer Arbeitsstelle suchen.”, verdeutlichte sie darauf und griff nach dem Blattstapel, welchen sie in einer der Schubladen verschwinden ließ. “Aber das ist nicht das, weswegen Sie hier sind oder, Aoi?”, fragte Megumi sichtlich abwartend in Aoi’s Gesicht blickend, während dieser nur ein aufgesetztes Lächeln auf seinen Lippen entblößte und sich einige Strähnen seines dunklen Haares aus dem Gesicht strich. Er seufzte kurz und legte sich gedanklich die Worte zurecht, die er Megumi sagen wollte, während er es hinter seinem noch immer lächelndem Gesicht vertuschte.
“Na ja…”, stammelte Aoi und senkte dabei fast schon leicht beschämt seinen Kopf.
Wie sollte er dieser Frau erklären, dass er und die anderen Jungs nicht wollten, dass man Mandy und Jasmin kündigte? Wie sollte er Megumi überzeugen, nachdem soviel passiert war, was dagegensprach?
Mittlerweile zweifelte der 28jährige selbst daran, sein Vorhaben durchzuführen.
“…warum können Sie nicht noch einmal mit Herrn Tanaka reden? Ich meine, ist es wirklich notwendig Mandy und Jasmin zu kündigen?”, fragte er darauf mit der Schüchternheit eines kleinen Jungen, die Megumi zum Auflachen brachte, während sie sich erhoben und Aoi den Rücken gekehrt hatte.
Ein Moment unerträglicher Stille erfüllte den Raum und ließ Aoi kalte Schauder über den Rücken laufen, die ihn zum Zusammenfahren brachten.
Megumi jedoch schwieg noch immer, während sie durch ihr dunkles Haar fuhr und sich in Aoi’s Richtung drehte. Das Lächeln auf ihren Lippen war bereits so verräterisch, dass der 28jährige gar nicht lange auf eine Antwort seiner Managerin warten musste. Alles schien so aussichtslos, dass man gar nicht wagte, je einen neuen Versuch zu starten.
“Damit Sie sich weiterhin vergnügen können, statt Ihrer Arbeit nachzugehen? Aoi, machen Sie sich nicht lächerlich, ja? Das Thema ist bereits durch und Herr Tanaka hat sich endgültig entschieden. Die beiden Damen haben ihre Chancen verspielt, es ist vorbei.”, erklärte Megumi im rauen Ton.
Aoi hingegen konnte es nicht verstehen - er wollte es nicht, nicht mehr.
Mit plötzlich auf den Tisch schlagenden Fäusten erhob er sich und entblößte sein wutentbranntes Gesicht, welches jedoch genauso traurig und verletzt erschien.
“Das kann doch nicht Ihr Ernst sein?!”, wurde er laut und wirkte plötzlich mehr entsetzt als wütend. Megumi beurteilte diese Situation als amüsant und schien gar nicht realisieren zu können, wie Aoi sich in diesen Moment fühlen musste.
“Natürlich ist es mein Ernst. Die beiden sind ihren Job los und werden bald nach Deutschland zurück verfrachtet, denn ohne Arbeit ist ein längeres Visum nicht möglich und das wissen Sie genau. Also hören Sie auf den Helden spielen zu wollen und konzentrieren sich lieber wieder auf die Arbeit. Lange genug wurde schlampig gearbeitet und Sie wurden negativ beeinflusst, das hat jetzt ein Ende. Akzeptieren Sie es.”, meinte Megumi mit darauf aufgesetzt ernster Miene, welche Aoi schlagartig zum Schweigen bringen sollte. Er belächelte jedoch nur die Worte der Frau, die in bestimmender Haltung ihm gegenüberstand und in sein Gesicht sah.
Ein erneutes Lächeln huschte über ihre roten Lippen, als sie sich Aoi näherte.
 “Aber was haben Sie für Beweggründe, die Sie dazu bringen, sich für diese beiden einzusetzen? Irgendetwas muss es geben.”, fuhr sie fort, als sie vor Aoi stand und diesem eindringlich in das blasse Gesicht blickte.
“Was soll das?”, hob der 28jährige darauf fragend seine Stimme, während Megumi ihm immer noch in das Gesicht lächelte. Sein Körper wurde schlagartig von einem seltsamen Gefühl durchflutet und ließ ihn unerwartet zusammenzucken. Megumi hingegen sah ihn an, als wollte sie Aoi mit ihren Blicken hypnotisieren und nicht mehr loslassen.
“Ich würde gerne den Grund für Ihr Verhalten erfahren.”, kam es über ihre Lippen und ihr Gesicht war dem von Aoi nur noch einen Wimpernschlag entfernt. Aoi hatte das Gefühl, plötzlich eine Frau vor sich stehen zu haben, die er so nie kennen lernen wollte. Ihr Benehmen war von Unheimlichkeit geprägt und gab Aoi das Gefühl, sich in einen falschen Film zu befinden - doch war es nicht schon lange so?
Er nahm Abstand von Megumi, welche sich jedoch scheinbar nicht davon abbringen ließ, sich ihm von neuen zu nähern.
“Geben Sie es doch zu, Aoi. Sie sind verliebt, nicht wahr? Sie sind ganz einfach verliebt…ich weiß, dass Sie engen Kontakt zu Mandy hatten, oder? Ihr Herz schlägt für diese Frau, nicht wahr? Geben Sie es ruhig zu, es ist völlig in Ordnung, auch wenn es nichts an der momentanen Situation ändert.”, meinte Megumi im schlagartigen Flüsterton und als wenn es niemand hören durfte.
“Was reden Sie da?”, reagierte Aoi verwirrt, als er bemerkte, wie Megumi an seinem schwarzen Hemd zerrte und dabei lächelte.
“Die Wahrheit.”, sagte sie und brachte Aoi, welcher etwas erwidern wollte, mit einem Kuss zum Schweigen. Es fühlte sich grausam an, ja, als wäre alles um ihn herum nicht mehr real, sondern ein Traum. Warum wachte er nicht endlich auf?
“Die Wahrheit, die Sie hierher führte und versuchte, etwas zu ändern. Nur, weil Sie Gefühle haben, die ähnlich wie Tonnen Schokolade sind.”, fuhr Megumi fort und starrte in Aoi’s erschrocken aufgerissene Augen und sah die zunehmende Blässe in seinem Gesicht.
“Was reden Sie da, verdammt?!”, stammelte Aoi völlig durcheinander vor sich hin, während es Megumi nur wieder belächeln konnte.

Er hatte das Gefühl, jeden Moment den Verstand zu verlieren, nicht, weil diese Frau, die da vor ihm stand, sein Hemd aufknöpfen wollte, sondern, weil sie offensichtlich mit ganz anderen Karten spielte. Und obwohl es nicht so offensichtlich wie Aoi’s Gedanken war, so war es eine Tatsache, die Aoi als hinterhältig und schmutzig fand. Jeglichen Respekt, den er Megumi gegenüber empfand, ging in Schaudern unter, die seinen Körper durchfuhren.
“Ich mache Ihnen einen Vorschlag.”, begann Megumi, welche Aoi’s entblößten Oberkörper betrachtete und lächelte, während sie diesen mit ihren rotlackierten Fingernägeln berührte. Und sie ließ Aoi bereits ahnen, was sie vorzuhaben schien. Doch sollte er sich wirklich auf dieses Niveau niederlassen? Sollte er wirklich so tief sinken, nur, damit er wie ein kleines Kind seinen Willen bekam?
Er lächelte, während er seinen Kopf senkte und ihm dabei einige Haarsträhnen in sein Gesicht fielen. “Sie wollen, dass ich mit ihnen schlafe. Als Gegenzug bieten Sie mir dafür an, dass die Kündigung von Mandy und Jasmin zurückgezogen wird, stimmt’s?”, bemerkte Aoi, als Megumi im Versuch war, am Bund seiner graublauen Jeans zu zerren. Er hörte sie nur lachen, ohne, dass Aoi es wagte, in das Gesicht dieser Frau zu blicken. Ihr warmer Atem, den er darauf an seinem Hals spürte, übersäte ihn mit Gänsehaut und jeglicher in ihm aufsteigender Widerwille schien Aoi mit Haut und Haaren verschlingen zu wollen.
Er fand Megumi’s Handeln falsch.
Er fand es schmutzig.
Er fand es hinterlistig und dreckig.

Doch wagte der 28jährige es nicht, sich dagegen zu wehren, auch nicht, als Megumi ihm den Gürtel öffnete.
“Sie scheinen Gedanken lesen zu können.”, lachte sie an seinem Hals und zerrte Aoi zurück zu dem Stuhl, auf welchem er wenige Minuten zuvor gesessen hatte.
Er fühlte sich festgenagelt und starrte dennoch erschrocken in das Gesicht der Frau, die ihm ohne eine weitere Bemerkung die Kleider vom Leid gezogen und ihn anschließend auf den Stuhl drückte.
So hilflos und allein hatte sich der 28jährge noch nie gefühlt und er wünschte sich tief in seinem Herzen, dass nicht das passierte, was Megumi ihm versuchte zu nehmen. Denn tief in seinem Bewusstsein ahnte er bereits, dass Megumi’s Worte genauso leer waren, wie ihre Person es selbst war. Ja, in seinen Augen war sie eine leere Puppe, die jegliche Empfindungen schon lange vergessen hatte.
“Sie vertrauen mir nicht, ich weiß. Aber wenn Sie das, was Ihnen lieb und teuer geworden ist, einfach so aufgeben wollen, zwinge ich Sie nicht dazu, dass hier zu tun. Und sie wollen doch, dass die beiden Damen hier bleiben, oder nicht? Es liegt allein in Ihren Händen.”, meinte Megumi, nachdem sie mit beiden Händen Aoi’s Gesicht berührte. Sie waren genauso kalt, wie jener Blick, den sie in ihrem lächelnden Gesicht trug und Aoi nur ein aufgesetztes Lächeln entlocken konnten.
Was sollte er tun?
Was, wenn er sich mit seinen innerlich befassenden Gedanken irrte?
Was, wenn er etwas tun würde, was er im Nachhinein bereute?
Es ähnelte einem Kreis, aus dem es kein Entrinnen zu geben schien. Mehr, als die Dinge so hinzunehmen, wie sie waren, konnte er nicht. Dieses Spiel konnte er nicht gewinnen, wenn er die Risken nicht im Kauf nehmen würde.

“Tun Sie, was Sie für richtig halten. Aber ich hoffe, Sie sind sich bewusst, dass sie auch das tun, was ihre Worte beinhaltet haben.”, sagte Aoi gefasst und schien sich nun endgültig dem Wolf im Schafspelz zu untergeben. Ihm blieb keine andere Wahl und nichts als die Hoffnung, dass nicht etwas passierte, was ihm den Verstand raubte.
“Braver Junge.”, kicherte Megumi und fiel wie eine Abhängige über ihre erstandenen Drogen her. Aoi war für sie nur eine Marionette, ein Spielzeug an dem sie Spaß hatte, es gnadenlos zu zerstören, ohne Rücksicht auf Gefühle zu nehmen.
Sie ignorierte Aoi’s Tränen, welche plötzlich über sein blasses Gesicht rannen.
Sie ignorierte die Tatsache, dass er es bereits bereute und dennoch brachte es ihr ein schweigendes Lächeln auf die Lippen, welche immer und immer wieder den von Tränen benetzten Mund von Aoi berührte.
Ja, sie hatte Spaß daran, etwas gnadenlos zu zerstören, was Teil ihres hinterhältigen Plans war. Ein Plan, welcher vom Teufel selbst erschaffen sein konnte…

Es war das Klingeln eines Handy’s, welches Mandy fast in den Wahnsinn trieb, als sie versuchte, das Geschirr in einen braunen Pappkarton zu räumen.
“Hör auf!”, brüllte sie genervt und griff nach dem klingelnden Gegenstand, auf dessen Display nur ein unbekannter Anrufer zu erkennen war, als es zeitgleich an der Tür klingelte.
“Lasst mich doch einfach alle in Ruhe!”, fluchte sie und nahm ohne weiteres den Anruf entgegen, während sie sich auf die Wohnungstür zu bewegte und diese öffnete.
“Ja?”, meldete sie sich im rauen Ton und blickte dabei in das ernste Gesicht von Ruki, als sie auch der Stimme am Telefon lauschte.
Mit einer schweigenden Handbewegung orderte sie Ruki in den Flur und wandte sich schließlich dem Wohnzimmer zu. “Was soll ich denn da?”, zischte Mandy, als sie bemerkte, dass es Fumie war, die ihr erklärt hatte, dass sie umgehend zu PSC sollte. “Megumi wollte dich sprechen.”, bemerkte Fumie kleinlaut in den Hörer und nahm Mandy’s spöttisches Lachen wahr. “Ach, kann sie mir das auch nicht selber sagen? Oder ist sie wieder dabei, irgendwelche Spitzel in die Firma zu schleusen?”, frotzelte Mandy und schien Fumie gekonnt mit diesen Worten getroffen zu haben. Doch was sollte diese denn nach all den Ereignissen der letzten Tage anderes von Mandy erwarten?
“Lass deinen Ton und überlege dir, wie du mit den Menschen umspringst.”, konterte Fumie kratzig und schien alles andere als gut gelaunt zu sein.
Mandy hingegen konnte nur wieder lachen, während sie von Ruki’s abwartenden Blicken fast durchbohrt wurde.
“Redest du gerade von dir? Lass mich einfach in Ruhe, ja?! Ich will weder mit dir, noch mit Megumi irgendetwas zu tun haben, klar? Das kannst du ihr ruhig ausrichten und soll sie doch graue Haare davon bekommen!”, plärrte Mandy umso wütender ins Telefon und nahm schließlich nur die Worte “Es geht um eure Abfindung.” wahr, bevor sie prompt aufgelegt und das Handy auf einen der Plastiktüten warf.
“War das Fumie?”, fragte Ruki sofort, als er sich zur Balkontür bewegte.
“Ja.”, antwortete Mandy und fuhr sich genervt durch die Haare.
“Was wollte sie?”, fragte Ruki weiter und bekam nur einen ernsten Blick von Mandy, die sich auf den Boden niedergelassen hatte, zugeworfen.

“Ich soll in die Firma kommen.”, bemerkte sie tonlos und vergrub das Gesicht in ihren Händen. “Ich soll die Abfindung von Jasmin und mir abholen.”, fuhr sie fort und ließ ihr Gesicht aus den Händen gleiten. Man konnte sehen, wie schlecht es ihr anscheinend gehen musste - was all diese Dinge, die passiert waren, aus Mandy gemacht hatten. Ruki erkannte in ihr schon lange nicht mehr das Mädchen was er damals kennen lernte, sondern eine von Schmerz und Verbitterung gekennzeichnete Gestalt. Sie ähnelte einem Geist, aufgrund der zugenommenen Blässe in ihrem Gesicht und ihrer fast schon abgemagert erscheinenden Gestalt. Ja, ein wandelndes Geschöpf, welches bereits fernab dieser Welt existierte und nur, weil man sie gewaltsam und unschuldig  dort eingesperrt hatte.
“Wann hast du das letzte Mal etwas richtiges gegessen?”, fragte Ruki, als sich dieser vor Mandy gehockt und ihr mitfühlend in das Gesicht gelächelt hatte.
Es waren bereits einige Tage vergangen, nachdem Jasmin ins Krankenhaus eingeliefert und darauf eine fristlose Kündigung den beiden zugeschickt wurde. Alles war wie Glas in den Händen zerbrochen und hinterließ schmerzhaft blutige Schrammen, welche so schnell nicht wieder geheilt werden konnten.
Doch war es wirklich so schlimm, dass Ruki scheinbar fast krank vor Sorge um Mandy  wurde? Und viel lieber würde er sie zu einem Arzt zerren, als dass er ihre momentane Gestalt akzeptieren musste.
“Was?”, hob Mandy erschrocken ihre Stimme und blickte auch genauso in Ruki’s noch immer lächelndes Gesicht.
“Du hast meine Frage schon verstanden.”, meinte er und erhob sich wieder.

“Ruh dich etwas aus und ich besorge dir etwas zu anständiges zu essen.”, fuhr Ruki fort und verschwand, ohne, dass Mandy etwas darauf erwidern konnte. Stattdessen saß sie nun da und hatte einfach das Bedürfnis, sich alles von der Seele zu schreien. Aber sie konnte nicht schreien, sondern begann zu schluchzen.
Warum konnte es nicht nur ein Traum sein, aus dem sie jeden Moment erwachen würde? Warum hielt man sie in dieser grausamen Realität gefangen?
Doch sie fand keine Antwort und auch keine ihrer vergossenen Tränen konnte ihr diese bringen. Die Zeit schien stehen geblieben zu sein und als reichte das nicht aus, um ihr jeglichen Verstand zu rauben.
Es war darauf das Ticken der Wanduhr im Wohnzimmer und das zeitgleiche Klingeln des Handy, welches wie ein grausam erklingendes Geräusch in Mandy’s Ohren ertönte und sie erschrocken auffahren ließ. Ihr Blick glich dem eines verloren gegangenen Kindes, getüncht mit einem Hauch von Irrsinnigkeit, welchen sie zur Balkontür gerichtet hatte.

“Hallo, Schwesterchen. Wie geht es dir?”

“Jasmin?”, Mandy fuhr erschrocken zusammen, als sie glaubte, Jasmin an der Balkontür stehen zu sehen. Ein zunehmendes Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus und ließ sie vom Boden aufstehen.
 
“Mandy?”

“Mandy, wo bist du?“

“Hier bin ich. Ich bin hier, kannst du mich nicht sehen?”, hob Mandy zitternd ihre Stimme, als sie sich dem Bild ihrer Schwester nähern wollte.

“Wo bist du?”

Mandy konnte deutlich die Stimme ihrer Schwester im Kopf hören - sie konnte sie sehen, konnte sie hören und spürte verstärkt ihre Nähe.
“Ich bin doch hier, siehst du mich denn nicht? Ich steh vor dir.”, wimmerte Mandy darauf und näherte sich Stück für Stück einer Illusion, welche Jasmin so ähnlich war, dass man diese für real halten konnte. Doch sie war alles andere als real.
Ein kalter Wind schlug der 23jährigen darauf in das Gesicht und brachte ihren Körper zum zusammenfahren. Gänsehaut, überall war Gänsehaut und doch schlich sich erneut ein leichtes Lächeln auf ihr Lippen. Sie streckte ihre Hände nach etwas Greifbarem aus und doch glitten ihre kleinen Finger durch kalte Luft. Immer und immer wieder versuchte sie nach der Gestalt  zu greifen, wenn sie nicht plötzlich davon abgelassen und begonnen hatte, wie ein Schlosshund loszuheulen. Rote Rinnsale krochen über das blasse und von einzelnen Haarsträhnen bedeckte Gesicht von Jasmin und bahnten sich ihren Weg von Kinn herabtropfend auf ihre Kleidung. Sie lächelte, als hätte sie es das erste Mal in ihrem Leben getan und bahnte sich ihren Weg auf den Balkon.

“Mir geht es gut, siehst du?”
“Ihr müsst euch keine Sorgen machen.”
“Auch du nicht, Schwesterchen.”

Darauf war es nur wieder das unerträgliche Geräusch des Uhrtickens und dem Klingeln ihres Handys, welches bebend in Mandy’s Ohren erklang. Ihr Kopf begann zu schmerzen und sie glaubte, nicht einmal mehr sich auf den Beinen halten zu können. Alles ähnelte in diesen Moment einen Krampf, welcher Mandy umso heftiger weinen ließ.

“Du bist schuld…”

Ertönte es im seufzenden Ton in Mandy’s Kopf und ließ sie starr in Jasmin’s Gesicht blicken, in welchem blutgetränkte Haarsträhnen klebten.

“Nein, das ist nicht wahr…”
“….ist nicht wahr?”

“Nein, du hast Recht. Ich bin daran schuld…weil ich nicht aufgepasst habe.”, schluchzte Mandy und stürmte dennoch auf Jasmin’s immer blasser werdende Gestalt zu. “Ich hätte besser auf dich aufpassen sollen.”, heulte sie und streckte von neuem ihre Hände nach Jasmin aus.
Ein stark kühlender Luftzug schlang sich darauf um Mandy’s Beine, während sich diese kaum davon abbringen lassen wollte, nach Jasmin zu greifen.
Einem Alptraum ähnelnd konnte Mandy jedoch nur beobachten, wie ihre Jasmin verkörpernde Illusion von Balkon fiel. Doch war es in diesem Moment für Mandy mehr las nur eine Illusion. Von neuem begann sie zu schluchzen, während sie wiederholend den Namen ihrer Schwester aussprach und Mandy doch nicht zu ahnen schien, dass sie diejenige war, die auf der fußbreiten Kante des Balkons stand und starr in die Straßenschlucht vor sich blickte.
“Was machst du da? Bist du verrückt?!”, ertönte Ruki’s erschrockene Stimme, als er in rasenden Schritten auf Mandy zukam und diese zurückzerrte, sodass sie in seinen Armen lag und schluchzte.
“Was ist denn in dich gefahren? Mach das nicht noch einmal.”, zischte Ruki, nachdem dieser das nass geweinte Gesicht von Mandy zwischen seine Hände nahm. “Was habe ich getan?”, schluchzte Mandy jedoch nur und Ruki nicht verstehen konnte, was sie meinte.
“Nichts. Du hast nichts getan.”, sagte er und brachte Mandy zurück in das Wohnzimmer. “Deswegen ja!”, wurde diese darauf laut und stieß Ruki von sich. Sie wirkte aufgelöster als zuvor und Ruki nicht verstehen konnte, was plötzlich in ihr vorging. Jegliche Fragen, die in seinem Kopf umherschwirrten, schienen jedoch mit jeder Träne, die über Mandy’s blasse Wangen rollte, unterzugehen.
“Weil ich nichts getan habe, weil ich nicht aufgepasst habe…deswegen.”, wimmerte die 23jährige vor sich hin und hinterließ den Eindruck, sich gar nicht mehr beruhigen zu wollen. Und Ruki, welcher sie verwirrt beobachtete, versank in einem seltsamen Schmerz, den er soeben empfand und dennoch nicht einordnen konnte.
Doch statt Mandy zu fragen, warum sie sich scheinbar die Schuld an allem gab, sah er sie nur weiter an. Ja, als wollte er seine Blick nicht von ihr lösen.
“Hör auf, so einen Unsinn zu reden.”, meinte Ruki und näherte sich Mandy von neuem. Ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen, während er seine Hände vorsichtig auf Mandy’s Schultern sinken ließ.
“Warum? Warum bist du nicht enttäuscht von mir?”, fragte die 23jährige plötzlich und irritierte Ruki umso mehr. Die Verwirrung stand dem 25jährigen Sänger nun deutlicher ins Gesicht geschrieben und wusste er auch nicht, wie er reagieren sollte.
Ruki lächelte nur wieder und schüttelte dabei seinen Kopf.
“Willst du es denn unbedingt? Meinst du, so glücklicher Leben zu können? Ich zweifele daran, dass du stark genug sein würdest, um das auch noch ertragen zu müssen. Ich habe mich damit abgefunden, dass deine Gefühle meinen nicht ähneln. Bis langem glaubte ich, mich zu irren und das du doch mehr als nur Freundschaft empfinden könntest…aber als ich deine Reaktion Aoi gegenüber erlebte, wurde mir klar, dass nicht ich es bin, dem du dein Herz versprochen hast. Ich weiß zwar nicht warum und wieso du dich so entschieden hast, aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich deine Beweggründe einfach nicht kenne. Denn solange ich in deiner Nähe war, hinterließ nichts den Anschein, dass du viel mehr für Aoi als für mich empfindest. Natürlich tut diese Erkenntnis, sich geirrt zu haben, weh und doch muss ich damit leben, obwohl ich es nicht will.”, erklärte Ruki und senkte nachdenklich seinen Kopf. Mandy tat es im Nachhinein leid, ihn überhaupt danach gefragt zu haben.
Denn eigentlich wäre sie viel glücklicher gewesen, wenn sie nichts von Ruki’s Gefühlen  wusste - dennoch war sie es, die freiwillig in dieses offene Messer lief und es nun bereute. Sie begann heftiger zu schluchzen und viel lieber wäre sie im Erdboden versunken, als weiterhin so vor Ruki stehen zu müssen, welcher plötzlich so verletzt wirkte.
“Es…es tut mir leid.”, seufzte Mandy und warf sich beide Hände vor ihr Gesicht, um Ruki nicht weiter ansehen zu müssen.
Und der 25jährige rechnete bereits mit den Worten “…ich empfinde viel für dich, doch ist es ganz anders.”, welche jedoch nicht über Mandy’s Lippen kamen. Vieles schien in diesen Moment so unbegreiflich für Ruki und Mandy.
Gleichzeitig konnte man nichts mehr daran ändern und wurde dazu gezwungen, die Dinge so hinzunehmen, wie sie waren.
Oft wünschte man sich das Gegenteil, doch war es zwecklos.
“…ich liebe dich, egal, was passiert. Und ich werde warten, bis ich derjenige sein werde, der an deiner Seite sein darf.”, lächelte Ruki, welchem still Tränen über die Wangen rollten und an seinen zitternden Lippen hängen blieben.
In jenen Moment zerbrach eine Welt in Ruki - das einzige was blieb, war ein klirrendes Geräusch, welches seinen Körper mit Gänsehaut überflutete und zusammenfahren ließ. Jene Worte, die er damals über seine Lippen kommen ließ, verstummten in der bitteren Realität. Der Glaube, aus seinem Käfig befreit zu werden, wurde zur Illusion.

“Du sollst bei mir bleiben…für immer.”

Für ihn schien alles wie umsonst.
Jede Bemühung war lächerlich.

“Schon lange glaubte ich, das Gefühl mich verlieben zu können, sei erloschen. Doch durch dich wusste ich, dass es noch in mir war…denn du hast mir wieder gezeigt, was es heißt, zu lieben.”.

Für Ruki zerplatzte ein Traum wie eine Seifenblase.
Niemand nahm Rücksicht und doch war er anderseits glücklich.
Ja, er war glücklicher als jeder andere. Das, was er mit jener Person die er liebte erlebt hatte, konnte ihm niemand mehr nehmen. Und doch hegte er in diesem  Augenblick nur einen Wunsch - er wollte die Wahrheit.
“Sag mir ins Gesicht, dass du mich nicht liebst. Wenn du mir das sagen kannst, dann glaube ich dir auch, dass du Aoi liebst. Kannst du es nicht, beweist es mir das Gegenteil.”, forderte Ruki mit gespielter Ruhe, obwohl ihm noch immer Tränen über das Gesicht liefen.
Mandy starrte erschrocken in das Gesicht des 25jährigen.
Was verlangte er da von ihr?
Sie konnte und wollte Ruki nicht das sagen, was er von ihr hören wollte.
Sie wollte ihm nicht noch mehr diesen Dolch in das Herz rammen und als wenn sie nicht schon längst von einem schlechten Gewissen geplagt wurde.
Wie ein dummes Mädchen senkte Mandy ihren Kopf.

“Ich kann das nicht…”, seufzte sie und stürmte an Ruki vorbei, um anschließend aus der immer kahler werdenden Wohnung verschwinden zu können.

“Ich kann das einfach nicht.”, wimmerte sie umso mehr, als Ruki ihr in den kleinen Flur gefolgt war und ihr noch immer abwartende Blicke zuwarf.
“Wieso? Wieso kannst du es nicht?”, fragte er und hinderte Mandy am gehen. Fast schon unsanft hatte er sie gegen die weißgestrichene Wand neben der Wohnungstür gedrückt.   
“Wenn du Aoi wirklich liebst, dann könntest du mir auch sagen, dass du nichts für mich empfindest, was dem gleichen könnte. Aber du kannst es nicht. Und warum? Sag’s mir! Sag mir, warum.”, drängte Ruki beinahe und brachte Mandy dazu, noch heftiger zu weinen. Sie bekam kein Wort mehr über ihre Lippen und Ruki bereute es innerlich, das Mädchen zu quälen, das er liebte.  Aber er konnte nicht anders, er wollte wissen, ob sie die Wahrheit sagte. Tief in seinem Herzen wusste er es, doch die Verdrängung war mächtiger.
“Ich will es hören! Ich will es aus deinem Mund hören…”, heulte er darauf los wie ein Schlosshund und sank vor Mandy af die Knie.

Er konnte es nicht mehr ertragen, sie weinen zu sehen.
Er konnte es nicht mehr ertragen, zu wissen, wie sehr Mandy litt.
Er wollte das alles nicht mehr.

“Ruki, bitte hör auf damit…”, seufzte Mandy, während ihre Hände zitternd durch sein blondes Haar strichen. “Nein, ich will dich nicht gehen lassen. Ich habe Angst davor, verstehst du das denn nicht?”, wimmerte Ruki sich in Mandy’s schwarzes Nachthemd krallend. Es war die Angst des Verlustes, die Ruki in diesen Moment empfand und zweifeln ließ. “Hör auf…”, wimmert Mandy und schaffte es dann doch, sie von Ruki lösen und aus der Wohnung verschwinden zu können.
Sie konnte nichts anderes tun, ohne in der Angst zu leben, völlig den Verstand zu verlieren. Ihr war alles zu viel und in ihrem Innern dachte die 23jährige, dass es wirklich besser wäre, endgültig von hier zu verschwinden - ohne Rücksicht zu nehmen, ohne weiter leiden zu müssen. Allen ginge es dann viel besser und genau dieser Gedanke zauberte Mandy ein Lächeln ins Gesicht, ohne, dass sie wirklich zu realisieren schien, nur im Nachthemd und barfuss die Stadt zu durchqueren. Ihr Ziel war PSC und an etwas anderes dachte sie nicht. Mandy wollte es nicht, nicht jetzt. Noch immer liefen ihr vereinzelt Tränen über die Wangen, welche die Menschen, die an der 23jährigen vorbeizogen, dazu brachten, ihr unverstandene Blicke zu zuwerfen.
Und alles ähnelte einer Ewigkeit, in der die Zeit stehen geblieben war.
Nichts schien sich in den darauf folgenden Minuten ändern zu wollen.
Mandy konnte nur lächeln, während auch einige Staff-Mitglieder, denen sie im PSC-Gebäude begegnete, ihr Blicke zuwarfen, die bereits so viel verrieten, dass jede darauf folgende Silbe sinnlos erschien.
Die 23jährige ignorierte es, auch, als sie Yoshi direkt in die Arme lief.

Er lächelte, als sie ihm erschrocken in das Gesicht starrte und sie plötzlich so rot anlief, als wäre ihr alles in diesem Moment peinlich gewesen.
“Ist dieser Aufzug nicht etwas gewagt, vor allem, bei diesen Wetterumständen?”, fragte Yoshi und beobachtete Mandy, wie diese ihren Kopf schüttelte und diesen anschließend senkte. “Wo ist Megumi?”, fragte sie, ohne, dass Mandy in Yoshi’s Gesicht blickte. Dieser erklärte ihr jedoch nur, dass Megumi sich in ihrem Büro befand, welches Mandy auch sofort aufsuchte.
Ein seltsames Gefühl hatte sich in der 23jährigen breit gemacht, während diese ihre rechte Hand zu einer Faust zusammengeballt hatte und mit dem Gedanken spielte, anzuklopfen. Doch waren es plötzlich jene verdächtigen Geräusche hinter der Tür, die Mandy stutzig werden ließen.     
Ihre Augen füllten sich von neuem mit Tränen und es war ein Trieb, welcher Mandy dazu veranlasste, die Tür aufzureißen.

Im Nachhinein wünschte sie sich, es nicht getan zu haben und überhaupt hier aufzutauchen. Ihr Blick war steif und erschrocken in Megumi’s lächelndes, verschwitztes Gesicht gerichtet und überflutete Mandy’s Körper mit purem Ekel.
Und die Tatsache, Aoi dort zu sehen, ähnelte einem schrecklichen Traum.
“Ich glaube, da ist wer jemand, der dich abholen möchte.”, kicherte Megumi und brachte Aoi erschrocken zum Zusammenzucken.
Er wollte nicht wahrhaben, was Megumi da eben sagte und umso schlimmer war es für den 28jährigen, als er Megumi von sich gestoßen und darauf seinen Blick in Mandy’s immer blasser werdendes Gesicht gerichtet hatte.
Das einzige, was ihm in jenen Minuten übrig blieb, war, sich all das überzuwerfen, was Megumi von ihm gerissen hatte. Scham kennzeichnete sein Gesicht und doch war nichts mehr rückgängig zu machen.
Genauso sinnlos, wie dieser Gedanke, waren auch jene Worte, die kurz darauf über seine Lippen kamen.
“Es ist nicht so, wie du denkst.”.  
Und Mandy erinnerte darauf nur wie eine Irre, as sie begonnen hatte, zu lachen.
Aoi wusste, dass er sich lächerlich machte und das nichts mehr zu ändern war.
“Tja, so ist die Realität, meine Kleine.”, lachte Megumi, welche sich ihre weiße Bluse übergeworfen hatte.
“Du verdammtes Miststück!”, zischte Mandy in Tränen ausbrechend, während sie sich hastig auf Megumi zu bewegte. Diese konnte jedoch nur unverändert lächeln und schien Spaß daran zu haben, Mandy zu reizen. “Ich hasse dich! Du bist eine billige, kleine Schlampe…jeder soll es erfahren, dafür sorge ich!”, konnte Mandy jedoch nur schluchzen und wurde von Aoi zurückgehalten, damit sie sich nicht wie eine Hyäne auf Megumi stürzte. Diese achte jedoch nur unverändert und näherte sich mit ihrem Gesicht dem von Mandy.  “Weißt du eigentlich, dass er es nur für dich und deine Schwester getan hat? Denk also über dein Wortwahl nach.”, sagte Megumi und tätschelte lächelnd mit beiden Händen Mandy’s Wangen. “Außerdem, wer soll dir schon glauben? Du hast keinerlei Beweise, also mach dir erst gar keine Mühe.”, fuhr sie fort und kehrte Mandy, sowohl Aoi den Rücken zu. “Das wirst du bereuen.”, erwiderte Mandy und wurde mühevoll von Aoi, welcher viel lieber im Erdboden versunken wäre, aus Megumi’s Büro gezerrte. Nachdem die Türe ins Schloss flog, ertönte lediglich das Geräusch einer schallenden Ohrfeige im Flur, gemischt mit dem verzweifelten Schluchzen von Mandy.

“Wie konntest du nur? Aber weißt du, mich interessiert das nicht. Von mir aus kannst du weiterhin mit ihr vögeln, ich bekomme davon nichts mehr mit. Mach dir also keine Mühen mehr, denn das alles war von Anfang an nicht ernst gemeint von dir, das weiß ich ja jetzt. Ich hoffte eigentlich, dass du nicht einer solcher Menschen bist, doch anscheinend habe ich mich geirrt…”, wimmerte Mandy und ließ Aoi nach diesen Worten prompt stehen. Ihre Reaktion war mehr als nur gerechtfertigt. Etwas anderes erwartete Aoi nicht, egal, wie sehr er das, was er getan hat, bereute.
Doch wollte er nicht, dass Mandy in ihm genau den Menschen sah, von dem sie soeben gesprochen hatte. Ihm war dabei nicht wichtig, dass Mandy ihm verzeihen würde.
Er wollte nur, dass sie die Wahrheit erfuhr.   
Genau aus diesem Grund folgte er ihr.

“Warst nicht du diejenige, die die ganze Zeit ein Spiel spielte und dabei keine Rücksicht auf andere genommen hat?”, rief Aoi Mandy nach, nachdem er ihr aus dem Gebäude gefolgt war. Die 23jährige konnte jedoch nur über seine Worte lachen, ohne, dass sie dabei mit dem Gedanken spielte, stehen zu bleiben und Aoi weiter zuzuhören. Mittlerweile wurde ihr alles zu viel und sie hatte keine Kraft mehr, die sie aufbringen konnte.
Sie wollte einfach nur verschwinden und alles hinter sich lassen.
Mit gesenktem Kopf und Haarsträhnen im Gesicht klebend versuchte sie vor Aoi wegzulaufen. Sie wollte nicht weiter auf das Geschehene eingehen müssen. Für sie war es genug und schließlich konnte niemand mehr etwas daran ändern.
“Mandy!”, ertönte es dennoch und viel lieber wäre Mandy taub, als weiterhin Aoi’s verzweifelt klingende Stimme in ihren Ohren wahrnehmen zu müssen.
“Sei still!”, murmelte diese und begann sich die Ohren zuzuhalten.
“Sei still!”, wurde sie daraufhin lauter und bemerkte dabei nicht, dass sie stehen geblieben war. “Und jetzt willst du nicht einmal mehr der Wahrheit ins Gesicht blicken und läufst stattdessen davon. Du bist feige, richtig feige.”, meinte Aoi, nachdem er unmittelbar hinter Mandy stand und diese trotz allen Geschehenen viel lieber an sich gerissen hätte. Doch war es dieser unsichtbare Stacheldraht, der Aoi daran hinderte, sich Mandy in irgendeiner Weise zu nähern und zu berühren.
“Du sollst endlich still sein!”, erwiderte es die 23jährige jedoch nur mit energischer Stimme und schüttelte ihren Kopf. Einzelne Haarsträhnen fielen ihr dabei in das mittlerweile tränennasse Gesicht. “Ich will das alles nicht mehr hören, verstehst du das denn nicht?”, fragte Mandy schließlich und drehte sich in Aoi’s Richtung.
Ihr Blick, den sie in sein Gesicht gerichtet hatte, war so zerrissen, dass in Aoi’s Brust zu schmerzen begann. Ein süßer Schmerz, der ihn reumütig den Kopf senken und dennoch lächeln ließ.
“Ich halt das alles nicht mehr aus, Aoi. Deswegen ist es in Ordnung, dass ich zurück nach Deutschland gehen werde. Euch allen würde es sicher besser gehen…”, versuchte Mandy sich darauf zu rechtfertigen, obwohl Aoi ihr nicht in das Gesicht sah. Für Aoi war es nicht in Ordnung, dass Mandy schon bald nach Deutschland zurück musste. Genauso wenig konnte er ihre Worte verstehen, die ihn versuchten wie Dornen zu durchbohren.
“Das meinst du? Klar, du redest irgendetwas selbstlos Klingendes daher und meinst, so würde es allen besser gehen. Und dann schleichst du dich heimlich mit deiner Schwester davon…”, ertönte es aus Aoi’s Mund, nachdem er seinen Kopf wieder gehoben und in Mandy’s trauriges Gesicht geblickt hatte.
“Das ist grausam, echt grausam.”, wimmerte er darauf wie ein kleines Kind und schien mit seinen Emotionen gar nicht zu wissen, wohin.
Es ähnelte der Tatsache, als wäre er in ein tiefschwarzes Loch gefallen und wusste keinen Ausweg aus dieser ihn immer mehr verschlingenden Dunkelheit.    
 Und als könnten seine Beine in nicht mehr aufrecht erhalten, so rutschte Aoi vor Mandy auf die Knie und starrt ihr in das entsetzte, seelisch zerrissene Gesicht.
“Das kannst du nicht tun…, ich habe doch alles versucht. Ich habe Dinge getan, nur damit du und deine Schwester hier bleiben dürft und dann ist doch alles umsonst. Hör auf, mir das anzutun.”, heulte er und mit ihm brach auch der Himmel aus, ergoss sich mit Regen über die Erde.

Doch was sollte sich Mandy aus Aoi’s Worten entnehmen?
Wie sollte sie diese zu verstehen wissen?

Mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen bewegte sich Mandy auf Aoi zu und strich ihm vorsichtig durch das schwarze, feuchte Haar.
Und als wäre es ein Bann, der beide aneinander zog, hatte Aoi schluchzend seine Arme um Mandy’s Hüften gelegt und presste sein Gesicht gegen ihren Bauch.
“Ich habe mich doch nur auf Megumi eingelassen, um sie umzustimmen. Mein Gedanke war nicht der, dich zu verletzen, aber das Risiko musste ich eingehen. Ich weiß, dass ich gemein war und dir all diese Dinge an den Kopf geworfen habe, aber im Moment weiß selbst ich weder ein noch aus. Es tut mir so leid…”, schluchzte er weiter und klammerte das Mädchen, welches gar nicht mehr wusste, was es tun sollte, nur noch fester an sich.
Ein Strom aus Regen und Tränen ergoss sich nun immer mehr über beide Menschen, welche nicht mehr lange darauf warteten, wie alles andere im Regen unter zugehen.
Und als wären sie sich das erste Mal begegnet, waren es die völlig zurückgehaltenen Berührungen, die beide untereinander austauschten, als sie völlig durchnässt in dem Wohnzimmer von Aoi standen.
Keiner ließ Worte über seine Lippen kommen.
Keiner schien eine Träne vergießen wollen.
Es waren nur beider Lippen die aneinanderklebten und zitternden, blassen Hände, welche versuchten, sich durch den nassen Stoff zu kämpfen.

Die Welt um uns versinkt im schillernden Licht und ich spüre deine Wärme, auch wenn ich dich nicht sehen kann. Deine Hände greifen nach meinen, werden sanft von deinen Lippen berührt. Die Worte “Ich liebte dich schon lange, doch hast du es nie erkannt.” verblassten in deinem heißen Atem auf meiner Haut. Hier, in diesem Augenblick, sind wir befreit von all unseren Ängsten…

Die Stunden vergingen und niemand wusste, wie spät es war.
Noch immer erschwerten Wolken den Himmel und schienen alles unter sich erdrücken zu wollen. Nächtliche Dunkelheit umhüllte die Stadt in einem Schleier und doch war es jenes Gebäude, welches von Laternen hell beleuchtet inmitten der finster erscheinenden Bäume stand.  Darin herrschte reges Treiben, wie jeden Tag und jede Nacht.
In den Fluren liefen Krankenschwestern und Assistenzärzte, sowohl Chefärzte hin und her. Kaum eine Sekunde verging, als sich all das wiederholte.
Allerdings gab es ein einziges Zimmer, welches scheinbar ruhiger als alles andere war. Lediglich das Piepen des Herzfrequenzmonitors und das kaum hörbare Geräusch des Sauerstofftropfs gemischt mit der ruhigen Atmung einer jungen Frau erfüllte den Raum - wie lange sie schon hier lag, wagte niemand auszusprechen.

Auch nicht jener Mann, welcher seit Tagen die Hand der jungen Frau fest in seine geschlossen hatte und diese auch so schnell nicht wieder loslassen wollte.
“Jasmin, mach deine Augen auf und lächle, wie du es sonst getan hast.”, kam es leise über seine Lippen, welche die von Jasmin  berührten.
Ein scheues, dennoch wunscherfüllendes Lächeln huschte über ihre Lippen und verblasste jedoch genauso schnell wieder.
Und es war auch Uruha, der bereits seit Jasmin’s Einlieferung an ihrer Seite wachte.
Er brauchte kein Bett, keinen Schlaf oder dergleichen.
Für ihn genügte es, einfach hier sein zu dürfen, egal, ob es aus Reue gegenüber der sich gehäuften Ereignisse, an denen er die Mitschuld trug, oder aus Mitleid passierte. Er wollte hier sein, hier und nirgendwo anders.
Er hörte die Worte nicht, die die Ärzte und Krankenschwestern versuchten ihn einzubläuen. Für Uruha existierte das alles nicht - nichts, außer Jasmin, welche so friedlich vor seinen Augen schlief. Was sie wohl träumte?
Uruha lächelte und wünschte sich, dass der Ort, an dem Jasmin sich gerade befand, sie von all der Ungerechtigkeit fernhielt und sie dort glücklich sein konnte. Wenigstens dort, wenn sie es in dieser Realität nicht konnte.
“Wovon träumst du?”, murmelte Uruha und ließ vorsichtig seinen Kopf auf Jasmin’s Bauch sinken. Haarsträhnen fielen in sein blasses Gesicht, doch schien es ihn nicht zu stören.
Er schloss die Augen und spürte umso deutlicher das Heben und Senken, während Jasmin atmete. Es war beruhigend, sodass Uruha einschlief - noch immer Jasmin’s Hand haltend...

Sanfte Sonnenstrahlen streichelten an diesen Morgen Uruha’s Gesicht und ließen ihn aufwachen. Er öffnete seine Augen und blickte sofort in Jasmin’s Gesicht.
Noch immer lag sie unverändert da und atmete - als wäre ihr diese Welt bereits egal geworden. Und nicht nur diese Tatsache versuchte es dem 25jährigen verständlich zu machen, sondern auch jene Worte, die in seine Ohren drang.
“Würden Sie jetzt bitte gehen? Hier wartet noch anderer Besuch.”, erklärte eine Krankenschwester freundlich und entlockte Uruha einen Blick, der bereits soviel verriet, dass sie gar nicht weiter nachfragen brauchte und es doch ihre Pflicht war, ihn zu verweisen. “Das ist mir egal.”, sagte Uruha tonlos und schien keinerlei Anstalten machen zu wollen, wenn es nicht plötzlich der kräftige Druck auf seinen Schultern war, der ihn erschrocken umdrehen und in das Gesicht von Ruki blicken ließ. “Mir aber nicht, und jetzt sieh zu, dass du ins Bett kommst.”, grinste dieser frech und war trotz seiner Wort gegenüber Uruha auch nur noch eine blasse Gestalt, der deutlich der Schlaf fehlte.
“Ich würde aber gern  hier bleiben.”, seufzte Uruha und rieb sich mit beiden Händen über sein Gesicht, welches plötzlich vereinzelt von Tränen benetzt wurde.
“…sonst sehe ich sie vielleicht nie wieder.”, seufzte Uruha, der sich selbst nicht mehr verstand und genauso verwirrt in das Gesicht seines Freundes blickte.
Ruki konnte jedoch nur verständnisvoll lächeln, als er daraufhin meinte, dass er keine Angst haben musste. Für Uruha war es auch besser, sich zurückzuziehen.  Er wusste nicht mehr, ob so etwas wie Nerven in ihm noch existierten, oder nicht.
Wie lange er nicht mehr geschlafen hatte, war ihm zum Rätsel geworden.
Jetzt wünschte er sich nur noch, nicht völlig den Verstand zu verlieren, wenn er  aufwachen sollte und Jasmin war verschwunden. Es wäre das letzte, was er ertragen konnte.
Ihm blieb nichts, außer die Hoffnung.


“Hey, Jasmin, wie geht es dir?”, waren Ruki’s Worte, nachdem er sich vor dem mit weißem Leinen bezogenen Bett, in welchen Jasmin schlief, niedergelassen hatte und in ihr Gesicht lächelte. Augenringe kennzeichneten sein blasses Gesicht, während seine Mundwinkel mühevoll ein Lächeln zeigten.
“Die Wohnung von dir und deiner Schwester ist komplett leer. Reita, Kai und ich haben alles zusammengeräumt, es ist also flugfertig. Außerdem…”, fuhr Ruki fort und hielt einen Moment lang inne, fuhr sich dabei nervös über das Gesicht und stand schließlich auf. Vorsichtig bewegte er sich auf das Fenster zu und starrte wie gebannt nach draußen. Die Sonne kitzelte in seiner Nase und blonde Haarsträhnen hingen vereinzelt in seinem Gesicht.
“…wir werden euch vermissen.”, stammelte er schließlich und berührte mit den Fingerspitzen seiner rechten Hand das Glas, während sich seine Augen schlagartig mit Tränen füllten.
“Ich habe ihr gesagt…sie soll ehrlich sein. Liebt sie Aoi wirklich, oder macht sie sich und uns allen nur etwas vor?”, schluchzte Ruki darauf den Kopf senkend und es dabei so aussah, als wollte er sich an seinem eigenen Spiegelbild festhalten. Und umso verzweifelter wurde er, als Ruki bemerkte, dass er in diesem Augenblick keine Antwort auf seine Frage erhalten konnte. Aber genauso wenig wollte er es akzeptieren, so hinnehmen, wie es war. Nein, viel lieber würde er sich jedes seiner blonden Haare einzeln herausreißen.
Mit den Händen an der Glasscheibe klebend und den Kopf noch immer gesenkt stand er da wie ein kleiner, dummer Junge - wie so oft, wenn er weder ein noch aus wusste.
Tränen blieben an seinen trockenen Lippen hängen und er wünschte sich, dass jemand diese wegküsste. Und als hätte Ruki seinen Verstand verloren, raufte er sich die Haare und blickte weggetreten in das Gesicht von Jasmin - in der Hoffnung, sie würde für ihn eine Antwort für seine Fragen bereithalten.

“Bitte sag es mir…”
“Bitte, sag mir, dass es eine Lüge ist…”
“Mach deine Augen auf und sag mir die Wahrheit.”
“Wach endlich auf!”

Ruki schluchzte und sank vor dem Bett auf die Knie, krallte seine Finger in das weiße Bettlaken und schien sich nicht mehr beruhigen zu können.
Und als wäre es eine Art Bann, so schien dieser jeden, der sich in Jasmin’s schlafender Nähe bewegte, den Verstand rauben zu wollen. Selbst Ruki schaffte es nicht, sich davon lösen zu können und blieb schluchzend vor dem Bett hocken - bis die letzte Träne in der Weichheit des Stoffes versiegte und er eingeschlafen war. Selbst die fast schon panisch bebende Stimme, die später in seine Ohren drang, konnte er nur dumpf wahrnehmen und er glaubte, sie nur in seinem Traum zu hören, ein Traum, der gar nicht existierte.

“Ruki! Ruki, mach die Augen auf!”
“Lass den Blödsinn!”

Immer wieder hörte der 25jährige dieselbe Stimme. Es war jene Stimme, die er glaubte, nie wieder hören zu dürfen. Jener Klang, welcher stets seinen Körper mit Gänsehaut überfluten wollte, wenn er sich nicht dagegen wehrte.
“Ruki…”, drang es von neuem in seine Ohren und Ruki spürte warme Hände in seinem Gesicht und wie jemand ihm die Strähnen wegstrich, seine Stirn mit weichen Lippen berührte.
“Komm schon…wach auf.”.

Ruki öffnete nur langsam seine Augen, sie waren schwer und er hatte das Gefühl, sie kaum offen halten zu können. Alles war verschwommen, wirkte wie der Blick durch beschlagenes Glas und mit der Zeit, erkannte er, wer vor ihm hockte und sein Gesicht in den Händen hielt. “Mandy?”, murmelte er und schien nun auch immer klarer zu sehen, um das Mädchen erkennen zu können, welches ihn mit jedem Tag den Verstand nahm.
“Geht es dir gut? Ist alles in Ordnung?”, fragte sie mit beschlagener Stimme und strich dabei immer wieder über Ruki’s Gesicht, küsste von neuem seine Stirn und lächelte ihm erleichtert in das Gesicht. Und Ruki wusste nicht, warum, aber war er sich sicher, dass Mandy schon die ganze Zeit über hier gewesen sein musste.
Er fragte sie nicht danach, sondern starrte ihr in das Gesicht, welches von seiner linken Hand berührt wurde. Er fragte auch nicht danach, ob Aoi auch hier war, sondern streichelte ihr die Tränen von den Wangen und berührte ihre Lippen mit seinen.

Ihre sonst süßen Lippen schmeckten salzig und doch konnte Ruki sich nicht erklären, warum Mandy seine Berührungen zuließ.
War es ihr egal? Nein, unmöglich.    
“Wieso wehrst du dich nicht?”, fragte Ruki mit zittriger Stimme und als hätte er Angst vor dem, was als nächstes passieren würde. Daran wollte er jetzt nicht denken und doch schien der Versuch, sich dagegen wehren zu wollen, als zwecklos.
Ruki konnte nur beobachten, wie Mandy ihren Kopf schüttelte und versuchte, Ruki zum Stehen zu bringen. Aber wünschte Ruki sich nun, weiterhin am Boden zu knien und nichts von dem zu bemerken, was passiert sein musste.
Das Bett vor seinen Augen war leer - leer und strahlend weiß.
Was war geschehen? Obwohl er Uruha versichert hatte, keine Angst haben zu müssen, dass Jasmin einfach verschwinden würde. Genauso wurde es ihm in diesem Moment zum Rätsel, nicht zu wissen, wo Jasmin war.
“Wo ist sie?”, stammelte Ruki nervös im Zimmer umherblickend, während dieser  immer wieder im Gesicht von Mandy hängen blieb.
Diese lächelte schüchtern und senkte schließlich ihren Kopf.
“Sie ist aufgewacht und hat sich selbst entlassen. Eine Krankenschwester hat schließlich angerufen und wir sind so schnell wie möglich hier hergekommen. Ich war gerade dabei, die Kleinigkeiten, die sie mit hierher genommen hatte, zusammenzupacken…dabei habe ich dich entdeckt.”, erklärte sie und hob von neuem ihren Kopf, blickte dabei in das leicht erschrocken wirkende Gesicht von Ruki.
“Du knietest am Bett, niemand schien dich bemerkt zu haben…und auch ich wusste nicht, ob es dir gut geht.”, fuhr Mandy fort und ließ ihren Blick zum Fenster wandern, als es plötzlich diese ruckhafte Bewegung war, die sie erschrocken in Ruki’s Gesicht blicken ließ.
“Ich werde dich vermissen…”, seufzte Ruki und ließ seinen Kopf auf Mandy’s Schulter sinken, während sich seine Finger in ihrem T-Shirt festkrallten.
Er wollte wenigstens dieses kleine Stückchen Ewigkeit festhalten können, wenigstens jetzt.


…denn ein “nächstes Mal” gab es nicht mehr.



Mit Gepäck vor den Eingang des Narita-Flughafens stehend,  ähnelte alles nur noch einem ewigen Zögern und als schien die Zeit stehen geblieben.
“Lass uns reingehen…”, kam es darauf tonlos über Jasmin’s Lippen, worauf Mandy nur schweigend nicken konnte.
Die Halle war überfüllt mit Menschen und ebenso die Rollbahnen, mit denen das Gepäck zum Flugzeug transportiert wurden. Das Einchecken am Ticketschalter fiel beiden jungen Frauen schwer und ein kurzer Seufzer überkam Mandy’s Lippen, als sie einen kurzen Blick auf die Anzeigetafel warf.
“…noch eine halbe Stunde.”, sagte Jasmin und zerrte ihre Schwester an der Hand hinter sich her. “Hast du Mama benachrichtigt?”, fragte sie schließlich und sah Mandy nicken.
“Sie holen uns vom Flughafen ab.”, verdeutlichte sie es dennoch und spürte darauf nur einen sanften Druck auf ihren Schultern.
“’tschuldigung, aber wir sind etwas spät.”, ertönte Aoi’s sanfte Stimme und ließ Mandy erschrocken in das Gesicht des 28jährigen blicken. Mit einem etwas unsanften Ruck, hatte sich Mandy schließlich in Aoi’s Arme geworfen und hinterließ dabei den Anschein, als wollte sie ihn nie wieder loslassen - doch entschied sich das Schicksal völlig anders.
“Um ehrlich zu sein, will ich das alles nicht…”, mischte sich darauf Reita ein, welcher wie ein kleiner Junge an seiner Jacke zupfte und den Kopf dabei senkte.
Ja, mit seinen Wort brachte er jeden einzelnen zum Schweigen, wenn es nicht plötzlich das laute Schluchzen von Uruha gewesen wäre, welches alles aus der Bahn geworfen hatte.
Jasmin, welche mit gesenktem Kopf auf einer der Bänke saß, hatte erschrocken ihren Kopf gehoben. Auch wenn sie Uruha mochte, vielleicht sogar auf ihre Art und Weise liebte, so wünschte sie sich, Kai dort stehen zu sehen. Ja, Kai, welchen  sie glaubte, schon seit Jahren nicht mehr gesehen zu haben - obwohl es nur Tage waren.
Doch Kai war nicht hier und Jasmin gab sich die Schuld dafür, auch wenn sie es nach außen nicht zeigte. Viel lieber hätte sie ihn noch einmal gesehen, hätte ihn noch einmal berührt und ihm all das gesagt, was ihr Herz zum Toben brachte.
Warum konnte jener Weg, den sie eingeschlagen hatte, nicht weiter gerade aus gehen?
Warum musste alles schon nach so kurzer Zeit ein Ende haben?
Ein Ende, wie dieses.
“Diese Melancholie zum frühen Morgen.”, versuchte darauf Ruki zu scherzen, als er dabei seine dunkel getönte Sonnenbrille richtete. Vermutlich hatte er wie alle anderen Augenringe und versuchte diese zu verstecken - wenn es nicht Mandy gewesen wäre, die ihm die Sonnenbrille aus dem Gesicht nahm und lächelte.
“Was dagegen, wenn ich mir die als Souvenir mitnehme?”, kicherte sie schließlich und drückte Ruki sanft einen Kuss auf die Wange.
Nun war es offensichtlich, sie hatten alle verloren. Sie alle hatten endgültig das verloren, was sie sich mit Mühe erkämpft hatten. Aber genauso wusste jeder von ihnen, dass man bittere Erfahrungen machen und Risiken eingehen musste, um sein Ziel zu erreichen - doch wer hätte daran gedacht, das man verlor?

“Nimm sie mit und jedes Mal ,wenn du sie in den Händen hältst, erinnere dich daran, dass es einen Idioten auf der Welt gibt, der an dich denkt.”, seufzte Ruki mit den Tränen kämpfend und senkte rasch seinen Kopf.
Er spürte darauf nur Mandy’s warme Hände in seinem Gesicht und berührte diesen mit seinen, während vereinzelt Tränen über seine Wangen rollten.
“Danke.”, erwiderte es Mandy und ließ Ruki mit gesenktem Kopf stehen.
In jenen Moment war die Welt so ungemein grausam - zu jedem.
“Ich will das nicht…warum konnte das Management sich nicht anders entscheiden?”, seufzte letztendlich Uruha in die Gruppe und brachte Jasmin, welche selbst völlig in Tränen aufgelöst war, dazu, auf ihn zuzustürmen und sich ihm in die Arme zu werfen.
Mit den Worten “Sei still! Ich will das nicht mehr hören!” schlug sie unsanft gegen seine Brust. Jedoch schmerzte es nicht, nicht so, wie der Schmerz, der Uruha’s Herz fast zum zerreißen brachte. Und jeder seiner Wünsche in diesem Moment, gingen in den zahllosen Tränen, die über seine Wangen rannen, unter.

Warum kannst du nicht bleiben?
Hasst du mich denn so sehr?
Wenn ich es könnte, hätte ich all das rückgängig gemacht, was dich traurig macht.
…nur, damit du bei mir bleibst.

Im selben Moment ertönte die Stimme einer Frau in den Lautsprechern und verkündete jene Worte, die den Trennungsschmerz größer werden ließen.
Wie ein brennendes Feuer entfachte es jenes drückende Gefühl, welches man nicht spüren wollte und es doch unvermeidlich gewesen war.

“Ich bitte alle Passagiere des Fluges 147, sich in zehn Minuten am Gate 08 zu einzutreffen. Vielen Dank.”.

“Ich will nicht…”, heulte Mandy wie ein Schlosshund los und hatte sich die Hände vor das Gesicht geschlagen. Warum konnte man die Zeit nicht zurückdrehen?
Warum konnte man die Dinge nicht mehr ändern?
“Hör auf zu weinen.”, meinte Aoi, welcher selbst mit den Tränen zu kämpfen hatte und ließ vorsichtig seine Hände auf ihre Schultern sinken.
“Wir müssen langsam.”, versuchte Reita zu erklären, doch endete es in einem Seufzen.
Jene Zeit, jener Platz - nun kehrte der Moment ein, beides verlassen zu müssen.
Wider Willen wurden die aller letzten Berührungen ausgetauscht und Versprechen gegeben. Der am Herzen hängende Schmerz, ließ schwarze Sten entstehen.
Der Abschied brannte sich fest und doch wird jede vergossene Träne einmal versiegen.
Doch war es nicht plötzlich jene Gestalt, völlig außer Atem geraten, die in der Eingangshalle stand?

Geh nicht!
Nicht bevor ich dich ein letztes Mal sehen durfte.
Bitte gib mir eine Chance…eine allerletzte Chance.

Kai stand inmitten der wartenden Menschenmasse und suchte nach den anderen, sucht nach Jasmin und bereute es, nicht früher erschienen zu sein.
Er verfluchte seinen Stolz, der ihn hinderte, über seinen Schatten zu springen.
Und es waren Fragen, die in seinem Kopf umherschwirrten.
Fragen, zu denen er keine Antwort fand und es mittlerweile zu spät dafür war.
Mit rasenden Schritten kämpfte er sich durch, in der Hoffnung, dass noch nicht alles zu spät war. Zu spät, sich für alles zu entschuldigen - zu spät, um seine Gefühle zu offenbaren.



“Hey, hey!”, rief Kai völlig außer Atem, als er in die erschrockenen Gesichter von Aoi, Uruha, Ruki und Reita blickte. Niemand von ihnen hatte mit dem Gedanken gespielt, dass Kai auftauchen würde. Einerseits war es gut, doch anderseits war jede Mühe umsonst.
Der 25jährige konnte darauf nur ein Kopfschütteln von Aoi wahrnehmen und alles brach wie Glas für ihn zusammen.
“Das ist nicht dein Ernst?”, hob er zitternd seine Stimme, als er auf Aoi zustürmte und diesem am Kragen seines Hemdes packte.
“Das kann nicht sein, bitte…”, flehte er schließlich und zerrte an dem Hemd seine Freundes, welcher jedoch nur wieder mit dem Kopf schütteln konnte und alle anderen in der Menschenmasse verschwunden waren.
“Es ist zu spät. Sie ist weg…”, sagte Aoi, nachdem er Mühe hatte, Kai auf die Beine zu helfen. Er war auf die Knie gerutscht, zerrte an Aoi Hosenbeinen und schluchzte wie ein kleines Kind.  Sie war weg. Das Mädchen, dass er liebte, war weg - für immer.

Jasmin!
Komm zurück, bitte!
Komm zurück zu mir…

Mit dem Blick aus dem Fenster gerichtet, seufze Jasmin und wischte sich die letzten Tränen aus dem Gesicht - sie wollte es nicht mehr, nicht mehr weinen.
Es war ein starkes Herzklopfen, welches sie vernahm und die übermannende Entscheidung, sich nie wieder richtig verlieben zu können. Denn es waren jene Dinge, die ihr die Liebe nahmen, eine Liebe, die es nur ein einziges Mal gab.
Es war der Schein und der Schatten dieser Welt, der einem das Leben zeigte, wie es wirklich war. Grausame Menschen gab es überall, genauso wie Hürden, die jeder überwinden musste. Jene geliebte Gestalten, verschwanden im Nebel einer unauslöschbaren Erinnerung.

Vielleicht war es nur ein Traum, in dem wir uns begegnet waren.
Was damals für uns normal erschien, wurde mit dem Wandel der Zeit ausschlaggebend.
Wir lernten, uns zu vertrauen.
Wir lernten, uns zu lieben.
Es ähnelte einem Band, welches uns aneinander festhalten ließ.
Und es waren so viele, aber gleichzeitig auch zu wenig Dinge, die uns unseren Weg zeigten.
Niemand wusste, wie es für uns ausgehen sollte.
Die Zukunft schien im Ungewissen verborgen.
Was das Leben für uns bereithielt, war wie ein Geschenk verpackt.
Der Zwang, es öffnen zu wollen, überkam uns - aber im Nachhinein wünschten wir uns, dass wir es hätten  verschlossen gelassen. Ein unberührtes Geschenk wurde ohne Rücksicht geöffnet.
Die Realität übermannte alles und zeigte, wie das Leben wirklich war.
Mit kleinen Schritten näherten wir uns dem Abgrund, der uns zeigte, was wir falsch und doch richtig gemacht hatten.
Jedoch war es die Zukunft, die einem immer verborgen blieb.
Sie ist verschwommen und kein Spiel.
Und irgendwann kommt der Tag, an dem sie sich für uns öffnet.  




Ein Jahr war seither vergangen. Wie eine Ewigkeit schien diese schmerzhafte Schwere Mandy und Jasmin an den Boden zu drücken.
Es waren einige Wochen vergangen, als ein Brief der Jungs ankam, die sie vor  einem Jahr kennen gelernt hatten.
Die Zeilen, welche dort geschrieben standen, erfüllte ihre Herzen für einen Moment mit Freude und doch fühlte es sich gleichzeitig so an, als wäre alles nur ein endloser Traum.
Ja, ein Traum, aus welchem es unmöglich zu sein schien, aufwachen zu können.
Der Wind wehte in den herabhängenden Zweigen der Trauerweide und ließ diese sanft hin- und herschaukeln. Die letzten Sonnenstrahlen zauberten Bilder aus Licht und Schatten auf die grüne Fläche, unter welcher Mandy und Jasmin saßen.
Ein Seufzen unterbrach die Stille und das Zwitschern der noch umherflatternden Schwalben ertönte in der Luft.
“Wollen wir reingehen?”, fragte Jasmin mit erhobenen Kopf und blickte abwartend in das Gesicht ihrer Schwester, deren Blick verträumt in die Ferne gerichtet war.
Ein Lächeln umspielte Jasmin’s Lippen, bevor diese Mandy aus ihren Gedanken riss und aufschrecken ließ.
“Woran denkst du?”, fragte Jasmin darauf und entlockte Mandy nur ein lächelndes Kopfschütteln, welches jedoch nur unglaubwürdig auf Jasmin wirkte.
“Es ist nichts.”, erwiderte Mandy dennoch und warf darauf einen Blick auf das Display ihres Handys.  “Sicher?”, bohrte Jasmin weiter und wollte auch nicht locker lassen, bevor sie nicht dass erfahren würde, was in ihrer Schwester vorging.
“Ja.”, seufzte Mandy darauf und richtete ihren Blick auf die herabhängenden Äste.
“Es ist schon komisch…”, begann diese darauf und richtete ihren Blick wieder in Jasmin’s Gesicht.  “…ich meine, wir kennen die Jungs kaum und doch ist es so, als kennen wir sie bereits seit Jahren.”, fuhr Mandy fort und sah Jasmin lächelnd nicken.
“So viel habe ich noch nie gelacht.”, sagte Jasmin nachdenklich und erweckte dabei in Mandy das Gefühl, genau wie sie plötzlich so etwas wie Sehnsucht zu empfinden. Sehnsucht nach dem, was sie nicht festhalten konnten, obwohl sie es vielleicht wollten. Ihnen wurde keine Möglichkeit dazugegeben.
Darauf folgten einige Minuten des Schweigens, welche Mandy mit ihren nackten Füßen zu dem dunkelbraun gestrichenen Holzzaun wandern ließ.
Ihr Blick war darauf in die aufflimmernde Ferne der grauen Asphaltstraße gerichtet, obwohl sie nicht mal wusste, warum.
“Wonach guckst du?”, fragte Jasmin darauf und beobachtete Mandy dabei, wie diese nur ihren Kopf schüttelte, als sie sich wieder  in die Richtung ihrer Schwester drehte.
“Ach, nur so.”, meinte sie darauf und bewegte sich von neuem auf Jasmin zu.
“Es ist seltsam und ich versteh es auch nicht…aber…”, begann Mandy, nachdem sie sich wieder unter der Trauerweide niederließ und Jasmin’s verwirrter Blick in ihrem vor sich hinlächelndem Gesicht ruhte.
“…vielleicht geht es dir ähnlich, aber irgendwie habe ich Sehnsucht nach den Jungs.”, seufzte Mandy darauf in die warme Brise.
Jasmin lachte über die Worte ihrer Schwester und dennoch fühlte sie genau dasselbe.
Mit dem Lächeln auf den Lippen tätschelte Jasmin darauf den Kopf ihrer Schwester.
“Schon klar. Aber viel mehr vermisst du doch Aoi, oder täusche ich mich da? “, grinste Jasmin ihrer Schwester darauf frech ins Gesicht, welches nun rot anlief und Mandy begonnen hatte, zu nicken.
Ja, es stimmte, was Jasmin sagte. Mandy selbst war es wohl mehr als unbegreiflich  und doch war sie ihrer Gefühle sicher.
Sie konnte nicht leugnen, dass sich Gefühle, die sie gegenüber Aoi empfand, entwickelt hatten - seit wann es so war, hatte sie schon lange vergessen.
Vielleicht würden diese Gefühle irgendwann erlischen? Aber in Mandy fühlte es sich anders an - es war viel stärker und bebender in ihrer Brust, als das es einfach erlischen konnte.
“Du hast dich ja echt voll in Aoi verknallt!”, lachte Jasmin lautstark, als hinter beiden Mädchen ein lautes Räuspern zu hören war.
Erschrocken blickten die beiden zu dem Zaun und was sich ähnlich wie ein Traum anfühlte, wurde plötzlich zur Realität.
Mit Tränen in den Augen und einem noch immer unfassbaren Blick starrte Mandy in das sanft Lächelnde Gesicht von Aoi. “Sag mir, dass das’n Traum ist!”, heulte sie los und stürmte auf den mittlerweile 29jährigen zu.  
“Das ist kein Traum.”, lachte er und wischte Mandy vorsichtig den mit Tränen vermischten Mascarastreifen von den Wangen. Anders jedoch erschien es bei jener dunkelhaarigen Gestalt, welche hinter Aoi stand.
Mit Tränen in den Augen und lächelnd versuchte Jasmin zu erkennen, wer es war.
Im Inneren ihres Herzens wünschte sie sich jedoch, dass es Kai sein würde.
 Als sie ihren Blick um Aoi wandern ließ, blickte sie in Kai’s frech grinsendes Gesicht.
Für Jasmin wäre es fremd gewesen, wenn sie Kai nicht mit einem Lächeln im Gesicht sehen würde - für sie war schon immer klar, dass ein Kai, so wie sie ihn kannte, ohne ein Lächeln gar nicht existieren durfte. Doch war es nicht nur sein Lächeln, welches Jasmin an Kai mochte, nein, es gab so viele Dinge, die sie an ihm bewunderte. Aber vor allem war es seine Stärke, die Jasmin an ihm zu schätzen wusste - schon allein die Tatsache, dass es Kai anfangs nie wirklich leicht in der Band hatte und er sich den nötigen Respekt der Fans erkämpfen musste, weil diese ihn einfach nicht akzeptieren wollten. Für Jasmin war es unvorstellbar, dass eine zerbrechliche Gestalt wie Kai solche mentale Stärke zutage legen und sich seinen Weg selbst erkämpfen konnte. Es war eine Tatsache, die nicht jeder konnte.
Vielleicht war es auch jene Tatsache, die ihre scheinbar unvorstellbare Liebe zu ihm mit der Zeit stärker werden ließ
“Hallo.”, grinste Kai ihr ins Gesicht, nachdem er sich Jasmin mit hinter dem Rücken versteckten Händen genähert hatte.
“Was hast du da hinter deinem Rücken?”, fragte sie sofort und grinste ebenfalls, während ihr Tränen über die Wangen liefen.
“Du musst auch ´hallo´ sagen, das hat doch sonst gar keinen Effekt!”, scherzte Kai und näherte sich Jasmin lachend. Nach kurzem Zögern drückte Kai Jasmin ein quitschgrünes Krokodilplüschtier in die Hände, an dessen Hals ein rotes Schild mit der Aufschrift “Du musst mich lieb haben!” hing. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht, versuchte Jasmin ihre Freude über den kleinen Mitbringsel von Kai zu zeigen, denn ein lautstark fröhliches Lachen war ihr durch ihre Tränen unmöglich. “Danke, danke, danke!”, grinste Jasmin, die Kai darauf so heftig in die Arme gesprungen war, dass sie diesen unsanft zu Boden gerissen hatte. “Nicht so stürmisch, Prinzessin! Bin ich so umwerfend wie das Plüschtier?”, grinste Kai scherzend im Versuch aufzustehen. Jasmin nickte energisch mit ihrem Kopf. “Du bist noch viel umwerfender!”, lachte sie an Kai’s Schulter, als dieser sie darauf einfach geküsst hatte. “So schnell lass ich dich nicht wieder verschwinden.”, sagte er nun ebenfalls weinend und drückte Jasmin fester an sich.
Man sagte doch “Zeit heilt alle Wunden” und genau diese schienen sich mit jenem Augenblick geschlossen zu haben - niemand konnte mehr Salz hineinstreuen.
Es war kein Traum, welcher in der Dunkelheit zerfloss.
Das, was man in den Händen hielt, warf seinen Glanz in die Zukunft.
Der Schlag des Herzen hallt mit einem tief klingenden Echo.
Die zahllosen Lücken im Herzen wurden verschlossen - endgültig.


                                                 ….mit dem Wunsch, dass dieser Augenblick nie endet…


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